Hobby-Cup Finale Lahntal

Hätte wenn und aber.....
Am 1./2. Oktober war es soweit, der finale Abschluß (zumindest für mich) der Saison 2011 stand an. Und das war der Endlauf des Shepherd-Hobby-Cups. Meine Voraussetzungen zur Verbesserung meines bisher besten Ergebnisses, nämlich einem 8ten Platz in der Gesamtwertung, waren ausgesprochen gut. In der Rangliste der Guppe Süd war ich erster, der Razor zeigte sich bisher wirklich zuverlässig und mein Motor, auch wenn er zuletzt etwas Leistungsprobleme hatte, war mechanisch einwandfrei. Die Ursache für seinen Leistungsmangel musste daher anderweitig zu suchen sein. Nachdem für das Rennwochenende auch bestes Oktoberwetter vorausgesagt war, war die einzige Unbekannte die Strecke. Auf den Bildern sah sie sehr flüssig und schnell aus, aber Bilder zeigen bekanntlich nicht immer das wahre Gesicht....

Ich hatte also viel vor, uns so machte ich mich schon Freitag Mittag auf den Weg, denn ich wollte die Strecke noch etwas kennen lernen. Zudem war ein Treffen mit meinem Teamkollegen Thomas geplant. Aber erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. Ein Unfall am Autobahnkreuz bedeutete für mich zum einen einen längeren Aufenthalt im Stau und in der Folge mußte ich einen doch etwas grösseren Umweg nehmen, so das ich erst sehr sehr spät am Abend an der Strecke ankam.
Zuerst begrüssten wir uns herzlich (also Thomas und ich) und dann begannen wir im dunklen, das große Igluzelt auf zu bauen. Nachdem wir uns noch ein gutes Essen und ein par kühle Getränke besorgt hatten, liesen wir es uns erstmal gut gehen.
Samstag Morgen dann erstmal der Rückschlag. Thomas´s Sohn ging es sehr schlecht, so das er umgehend abreisen mußte. Glücklicherweise waren auch einige Vereinskollegen mit am Start, so das ich nicht ganz allein in der Fremde stand.

So baute ich mein Material so gegen 9 Uhr im Fahrerlager auf und begrüsste meine Freunde. Es tat sich auf der Bahn noch garnichts, was wohl daran lag, das diese noch kalt und vor allem, die Wiese aussen herum vom Tau tropfnaß war. So gegen 10 Uhr dann nahm ich mal das Herz in die Hand und ging als einer der ersten auf den Fahrerstand, schließlich war ich ja noch nie auf der Strecke gefahren.
Es war garnichtmal so einfach, denn auch wenn die Strecke einfach aussah, sie stellte doch einen technisch sehr hohen Anspruch an Fahrwerk und Fahrer. Wegen des Layouts der Strecke hatte ich mich für eine eher ungewöhnliche Bestückung der Kupplungsglocke entschieden und diese mit 16/18 bestückt. (Das 18er Ritzel des zweiten Ganges stammt von Serpent) Dies zeigte sich später als äusserst günstig, da der Razor mit grösseren Reifen im technischen Geschlängel den ersten Gang ausreizte, der Schaltruck aber ausblieb. Trotz allem war die Beschleunigung recht gut und mit dem 18er Ritzel im zweiten Gang war ich auf der Geraden schnell genug, ohne das der Motor überdrehte. Zu meinem Erstaunen ging mein Motor wieder so gut, das ich absolut konkurenzfähig war und es schien so, als wäre das am verkokten Resorohr gelegen, welches ich zu Hause mit einem speziellen Kolenstofflöser innen gereinigt hatte. Auch konnte ich ihn noch 1/4 Umdrehung magerer machen und es stimmte sowohl die Leistung als dann auch die Temperatur. Nach dem ersten Tank war ich denn auch um einige Erfahrungen reicher, vor allem in Bezug auf die Strecke.
Zu meinem Entsetzen mußte ich dann feststellen, das ich mich beim Sprit vergriffen hatte. Statt des in Türkheim erworbenen, frischen Sprites hatte ich meinen "Reservekanister" genommen. Das war Sprit aus 2009, der irgendwie zu wenig Öl zu haben schien und mir schon zwei Motoren gekillt hatte. Die zweite Tankfüllung fuhr ich dann auch mit dem "frischen Sprit" und war irritiert, das mein Motor irgendwie nichtmehr die Leistung hatte. Auch die Einstellung war jetzt zu mager, er wurde zu warm. Selbst ein aufdrehen der Hauptnadel drückte nur die Temperatur in den optimalen Bereich, aber die Leistung war nicht da, genau wie in Türkheim und Hof. Da jetzt eh erstmal Fahrpause war, da die Strecke mit Zuckwerwasser behandelt wurde, widmete ich mich dem Auto und dem Sprit. Einige kurze Ausritte hatten gereicht, um das Auto mit feuchtem Gras zu zu kleistern, was natürlich nicht gewollt war. Beim Sprit rechnete ich etwas herum um diesen dann mit der richtigen Menge Rizinus-Öl an zu reichern um auf der sicheren Seite zu sein. Es war schon frustrierend zu wissen, das ich in Türkheim und Hof nur wegen des Treibstoffes so wenig Motorleistung hatte. Und das, obwohl es eine renomierte Marke von einem renomierten Hersteller war. Die genaue Ursache für den schwachen Sprit weiß ich noch nicht, aber es drängt sich der Gedanke auf, das versehentlich 16%iger Sprit inn die 25iger Kanister abgefüllt wurde.
Nundenn, nachdem die Bahn vom Zuckerwasser-Spray wieder trocken war, ging das Training jetzt allgemein so richtig los. Einige zügige Runden und mein Motor war jetzt wirklich optimal am Laufen. Rund 100° zeigte das Thermometer und auf der Geraden konnte ich auch mit den anderen locker mitziehen. So konnte ich mich jetzt wirklich auf den Kurs und die Ideallinie konzentrieren und verschiedene Reifenkombinationen ausprobieren. Es folgten noch 2 Durchgänge kontrolliertes Training, danach der für den Samstag einzige Vorlaufdurchgang. Auch wenn mir klar war, das noch einiges mehr ging, mit meinen 18 Runden fand ich mich denn auf dem 8ten Platz wieder. Das Rundenprotokoll zeigte denn auch, das ich gegen Laufende immer schnellere Rundenzeiten realisieren konnte, so das die 19 Runden durchaus realistisch erschienen.Klar hätte ich nach dem Vorlaufdurchgang noch etwas das freie Training nutzen können, aber das Auto ging recht gut, der Motor war optimal und somit hätte es mir wenig gebracht, ausser das ich es vielleicht zerlegt hätte bei dem Versuch, noch mehr raus zu holen.


Saubermachen, einpacken und frischmachen war dann angesagt, denn um 20 Uhr wurde das Buffet eröffnet. Nachdem denn auch alle gut gegessen hatten, startete Patrick Schäfer die Tombola. Auch wenn ich nur mit einem Los Glück hatte, so kann ich doch auch im nächsten Jahr eine kleine Tradition fortsetzen: Seit meiner ersten Cupteilnahme im Jahr 2008 startete ich im Jahr darauf immer mit einer Karosserie, die ich bei der Tombola gewonnen hatte. Und dieses Jahr war es eine Blitz Lola R11 die in meinen Besitz wechselte. Irgendwann verliesen auch wir das Zelt und ich wollte eigentlich nur noch gemütlich vor dem Zelt ein Kippchen rauchen und mein Fläschchen leeren, als sich noch Gesprächspartner für etwas Fachsimpelei einfanden und es denn doch etwas später wurde............... :-)


Sonntag Morgen dann ein für diese Jahreszeit übliches Bild: kalt, kein Gripp auf der Bahn und die Wiese vom Tau tropfnass. Zwar versuchte ich mein Glück im ersten Run, aber nach einem Rutscher ins Grün und den nassen Reifen konnte ich mich nicht verbessern. Beim zweiten Run änderte ich etwas am Stabi und probierte meine übliche Reifenkombi, heißt, 33 ATS vorne und 35iger ATS hinten. Das fuhr sich nicht schlecht, allerdings schob das Auto etwas über die Vorderachse und der Reifenverschleiß war nicht zufriedenstellend, der Durchmesser nahm hinten zu stark ab im Vergleich zu vorne, was im späteren Halbfinale ungünstig gewesen wäre. Beim letzten Vorlauf dann packte ich vorne 32iger IDM drauf und beließ es hinten bei 35iger ATS. Das fuhr sich dann auch recht gut, das Auto hatte guten Gripp, ging gut in und um die Kurven und der Reifenverschleiß stimmte im Verhältnis. Trotz eines kleinen Rutschers konnte ich mich verbessern und packte die 19 Runden. Das bedeutete am Ende der Vorläufe Platz 11 für mich, und damit Startplatz 4 im Halbfinale. Sicherlich hatten die steigenden Temperaturen auch ihren Anteil daran.Aber das Auto war sehr gut zu fahren und ich fühlte mich sehr wohl damit. So beschloß ich, die Reifen nur seitenweise umzuwechseln und mit exakt diesen Reifen das Halbfinale zu bestreiten. Die folgende Pause war für mich recht lang, da auf die Voräufe eine Mittagspause folgte und im Anschluß daran die Halbfinale der Scaler. Für mein Halbfinale war ich guter Dinge, denn der Startplatz 4 war der letzte auf der Geraden vor der Boxengasse, was bedeutete, ich konnte sofort vollgas geben und geradeaus losschiessen, während meine Verfolger durch das Ende der Kurve mußten und somit keine sehr große Gefahr am Start für mich darstellten.

 Und so gelang mir denn auch am Start den Platz zu halten, ich kam als 4ter aus der ersten Runde zurück. Dann jedoch unterlief mir ein Patzer und ich fiel auf die 5 zurück. Aber, die Reifen hatten sich jetzt gut angepaßt, ich meinen Rythmus gefunden und so legte ich dann auch los. Beim ersten Tankstopp lag ich bereits auf Platz 3, was mir eine gewisse Ruhe gab.


Was dann allerdings kam, das war einfach nur zum k.... . Auf der Geraden erreichte ich irgendwie keinen Speed mehr, so das ich mich mehrfach beim Bremspunkt verhaute und zu früh einlenkte. Erst dachte ich, mein Motor geht ein, realisierte dann aber, das dieser noch tadellos ging, es hatte sich mein zweiter Gang verabschiedet. Das ich mir bei einem der Ausrutscher noch den rechten Hinterreifen beschädigte, sah ich erst am Ende. Zwar rutschte ich auf Platz vier zurück, aber auch da wäre ein Aufstieg noch möglich, daher prügelte ich den Razor recht brutal um den Kurs und gönnte meinem Motor keinerlei Ruhe. Zwar tat es weh zu wissen, das der kleine sich die Kurbelwelle aus den Lagern drehte, zumal es noch einer aus der 2010er SErie war, die da recht empfindlich waren, aber es half nichts. Sekt oder Selters war meine Devise, entweder zerreissen oder durchkommen. Lange konnte ich mich dann auch auf dem vierten Platz halten. 4 Minuten vor Ende dann aber kam das endgültige aus, das Getriebezahnrad des ersten Ganges war platt und ich schied aus. Das war für mich umso deprimierender, als das mein Verfolger den Aufstieg ins A-Finale noch schaffte, da unser Halbfinale schneller war als das andere. Letztendlich landete ich auf Platz 7, was in der Auswertung dann den traurigen 15ten Platz bedeutete. In der Verbundwertung landete ich am Ende auf dem 9ten Gesamtrang, 1 Platz schlechter als mein bisheriges Bestergebnis. Das ist noch ärgerlicher wenn man bedenkt, das Luigi Pili, mit dem ich im Halbfinale um Platz 3 kämpfte, in der Endabrechnung auf dem dritten Gesamtrang gelandet ist, und vom Speed her war ich ihm absolut ebenbürtig.


Es ist schon schade, das ich mal wieder "leer" ausging, aber es lag nicht an mir oder dem Motor, oder gar am Speed des Autos. Der Schaden am Getriebe jedoch ist mir momentan noch nicht plausibel. Das der erste Gang kaputt ging ist wohl eine logische Folge aufgrund der permanenten Dauerbeanspruchung nach dem Ausfall des zweiten Ganges. Dessen Ausfall allerdings ist mir ein Rätsel. Dennoch ist mein Resumee positiv für diese Saison. Trotz relativ wenig Training läuft das Auto von Rennen zu Rennen besser und mein Grundsetup funktioniert auf fast jeder Bahn als Basis sehr gut. Auch die Haltbarkeit des Autos ist sehr erfreulich. Für die Saison 2012 sind da noch ein paar kleinere Verbesserungen geplant, mit denen ich die Performance des Autos noch verbessern möchte. Hier liegen die Dämpfer als auch die Ackermann-Geometrie der Vorderachse im Fokus. Mehr dazu dann allerdings erst im Frühjahr, wenn die ersten Tests abgeschlossen sind.
Kommt gut durch die Winterpause

Stephan